Reiseenduro

WTF is Reiseenduro?

Eine Reiseenduro ist ein Motorrad das mehr oder weniger alles kann. Wie bei den Autos ein SUV, manche sind robuster, manche schneller andere wieder komfortabler.

Der Punkt ist, sie machen sowohl auf als auch abseits befestigter Straßen eine gute Figur (wenn nicht liegt das meist am Fahrer und nicht am Moped, it`s the rider, not the bike)

Es stimmt schon, mit einer Vespa kann man auch über die LGKS fahren und ich hab schon ein Video von der Stella Alpina gesehen, wo ein Typ mit einer 600er GSXR auf den Berg rauf ist.  Sind wir uns ehrlich, möglich ist es, aber dafür gebaut sind die Dinger nicht.

Was (meiner Meinung nach) eine Reiseenduro ausmacht:

.) Bequeme Sitzposition, Reiseendurofahrer sind meist laaange unterwegs.                                                                   

.) Großer Tank, Reiseendurofahrer wollen meist laaange unterwegs sein (Tanken ist nervig).

.) Speichenfelgen, muss nicht, sollte aber, ist besser, warum, so halt, weil ich es sage 💡 

That`s it…

Ob man jetzt eine alte oder neue AfricaTwin fährt, eine Yamaha Super Tènerè, eine KTM Adventure, BMW GS, Triumph Tiger oder eine CCM GP 450 Adventure fährt spielt im wesentlichen keine Rolle. Ich finde eine Reiseenduro ist die Eierlegendewollmilchsau unter den Motorrädern.

The thing is that (die Sache ist die) , man hat jederzeit die Möglichkeit bei der nächsten Gabelung abzubiegen, den Asphalt auszulassen und sich ein bisschen wie John Wayne zu fühlen, der auf seinem Pferd über die Prärie reitet…………. oder auch nicht, aber man könnte, wenn man wollte. 

Leider werden Reiseenduros immer teurer, schwerer und technischer. Ist ja nicht unbedingt schlecht, bei bis zu 160 PS am Hinterrad und 250kg Lebendgewicht nehme ich jede Hilfe die ich bekommen kann. Außerdem sind die meisten Reiseenduros genau so oft im Gelände wie die meisten SUV`s, nämlich neverever nie.

Ja sicher jeder der sich eine kauft wird sie mal auf einem Feldweg testen wollen, aber schnell merken das es dann doch nicht so leicht ist das €25000.- Spielzeug dort zu bewegen, sich fürchten und beschließen es sein zu lassen. Kann ich verstehen, würde ich auch machen. 

Die wenigsten werden damit eine Wochen oder Monatelange Tour durch das Outback fahren, oder gar eine Weltreise unternehmen. Also spielt die vorhandene Technik keine große Rolle, solange sie funktioniert und wer sich das Motorrad um €25000 leisten kann, hat normalerweise auch die Kohle für die Reparatur.

Viele altgediente Motorradfahrer fluchen über die ganze verbaute Elektronik, klar würde ich auch wenn ich welche hätte. Wenn ich nicht mal ohne PC meine Batterie tauschen oder die Bremsflüssigkeit wechseln könnte, wäre das schon ein herber Schlag.

Aber Hand aufs Herz, die wenigsten können ihr geliebtes Motorrad selbst reparieren, entweder aus Mangel an Wissen, Fähigkeiten oder Werkzeug…..ergo Elektronik egal.

Die Ultimative Reiseenduro hätte:

.) unter 200kg Vollgetankt

.) 21 Zoll Vorderrad

.) 750-900ccm , 2 oder 3 Zylinder

.) +- 100PS

.) gänzlich abschaltbares ABS

.) und das ganze unter 10000€ eh klar

Leider sieht die Realität anders aus und darum….. :mrgreen: 

Warum ich eine (alte) Reiseenduro fahre….

Weil ich mir keine neuere leisten kann.

Spatz beiseite. In meiner sturm und drang Zeit, also mit dem erhalt des „großen“ A (Motorrad) Führerscheines gab es für mich nur eine Wahl bezüglich Motorrad…..Das war ein Supersportler , mit Doppelscheinwerfern, alles andere war egal.

Als ich den großen Lappen in den Händen hielt, galt mein erster Anruf meinem Onkel:“ Du-uuuu Onki…..(säusel) darf ich mir dein Motorrad ausborgen…..BÜTTTTTTEEEE, ich fahr auch gaaanz vorsichtig“

Das war im März 1998, mein Onkel fuhr eine offene (damals gab`s noch die 100PS Regelung) Honda CBR900R FIREBLADE …..SE GERÄT mit einer Termignoni Auspuffanlage drauf.

Da war`s um mich geschehen…..

Pleite wie ich war (erste eigene Wohnung usw.) kratzte ich alles zusammen was so an Geld da war und kaufte mir eine  1993er Yamaha FZR 500 Genesis, alleine der Name war ja schon der Wahnsinn. Krasse 70 PS quälten den 130er Hinterreifen in die Kurven. Ich sah mit meinen 186 cm und 85kg aus wie der berühmte Affe auf dem Schleifstein. 

Egal, meins, meins, meins….ich hatte meinen Spaß. Aber alleine wurde es mir dann irgendwie langweilig und nach 5 Jahren in denen ich nur ca. 4000km gefahren war, wurde sie wieder verkauft. Es folgte Hausbau, Kinder usw. aber das Mopedfahren ging mir nie ganz aus dem Kopf. Nur, wie das ganze meiner Göttergattin „vermitteln“.

Plan A: Kaufen, in die Garage stellen und sagen:“ Ich habe Moped gekauft“  = TOD

Plan B: Freundlich Fragen….= Nein, sicher nicht, spinnst, usw.

Plan C: 6 Monate lang sudern (quengeln) und zwar jeden Tag, echt…..jeden…..voll…..Fahrwegen.

Hartnäckigkeit zahlt sich aus, Plan C ging auf.

Jetzt folgte die Qual der Wahl….Sportler wollte ich keine mehr, Chopper schieden schon grundsätzlich aus. Da ich schon immer Offroad-Affin war sah ich mich bei den Enduros um, diese waren mir aber zu unbequem.

Schlussendlich blieb ich bei den Reiseenduros hängen. Mir gefiel der Gedanke sowohl auf der Straße als auch im Gelände unterwegs zu sein. Seit der Saison 2014 bin ich mit meiner BMW R1100GS unterwegs.

Ich habe sie mit 66tkm aus Erstbesitz erworben und bin bis jetzt sehr zufrieden. Sie ist nicht schön, aber sie tut das was ich will, fahren. Aktuell (April 2017) hat sie knapp 90tkm auf der Uhr. 2016 war ich damit in Kroatien schottern

2017 geht`s auf die Schotterstrecken ins Friaul.

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